winterwarnow


winterwarnow

ein trauriger anlass brachte mich und ein freund das boot am abend des 19. Januar 2013 an die warnow, genauer an die strassenbrücke richtung crivitz über selbige….

es war eigentlich schon stockdunkel, aber eine schmale schicht schnee und ein heller halbmond am wolkenlosen himmel machten diesen windstillen abend zu einem fest für die augen.

das thermometer friert bei ca. 10 unter null und ich schlage ein nachtlager ausser hörweite des wehrs oberhalb der brücke in den gefrorenen boden:

ich lege eine baumarktplastikplane am ufer aus, ca.3m breit, 5m lang, die schmale seite zum ufer, dann schiebe ich das boot auf die plane, ca 5m lang, so dass es links und rechts ´n meter über die plane kuckt, da stelle ich dann zwei knüppel aus uferholz so unter das boot, dass es kieloben wie ein schräges dach als wetterschutz mich und mein gepäck unter sich vorm wetter schützen kann.

nur so viel plane, wie ich brauche um drauf zu liegen, liegt unter dem wetterdach, der weitaus grössere teil dahinter. als ich mich entschliesse schlafen zu gehen, nehme ich diesen teil, schlage ihn um das boot und spanne ihn vor meinem schlafplatz mit heringen in den ackerfrost. so habe ich das boot und mich und mein gepäck zum zelt gemacht und schlafe phantastisch!

aber noch nicht! nebel zieht auf! kommt mir entgegen, vom acker zum ufer – und wird immer dichter. er schluckt das mondlicht und den ackerschnee und macht daraus einen vorhang aus lichtem dunkelgrau. ausser spiegelungen von ganz hartnäckigen mondlichtstrahlen auf dem fluss vor mir sehe ich praktisch nichts! und der nebel schluckt auch jeden schall und gibt meinen vorstellungen von schwerelosigkeit neue nahrung. mecklenburgwetter vom alleraller feinsten! ich wollte eigentlich gleich nach ankunft schlafen gehen um so früh wie möglich loszufahren, aber diese stimmung will ich nicht verpassen…und sitze auf meiner plane und sehe und höre und geniesse dieses unglaublich volle nichtsundalles.

der freund hat ausser dem boot auch noch einen karton feuerholz mitgebracht und als ich ihm sagte, dass ich das nicht brauche, in den himmel kuckend geantwortet: “glaub´ich nicht!”

…ja, er wohnt eben hier und als das feuer brannte, war die stimmung perfekt! ich habe noch nicht oft einen so schönen abend erlebt wie den hier an der warnow kurz hinter der strassenbrücke nach crivitz!

der senkrecht in den nebel aufsteigende rauch des feuers, nach nicht mal zwei metern von ihm gefressen, das flügelschlagen eines wasservogels, dass wie ein schlag auf einen kessel in die lautlosigkeit um mich herum explodiert, die grellrotorangen funken des feuers, die sich in meine plane brennen und diese unglaublich klare winterluft verbrennen den karton feuerholz so schnell, dass ich losgehe, um neues zu suchen. nach nicht mal zwanzig metern sehe ich von meinem feuer nichts mehr! und finde brennbares nur mit stirnlampe.

aber auch die schönste nacht muss irgendwann geschlafen werden und ich stelle meinen wecker auf 7uhr.

packe zusammen und bin um 8 auf dem fluss, viel zu wenig licht für fotos!

ich mache trotzdem jede menge in 8 stunden auf 8km warnow!

ich glaube, das ist liebe!

 

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