zweiterJanuar

02012020

die schichtplanung

ist ein entscheidender teil der zufriedenheit des arbeitnehmers. und auch des arbeitgebers.
auch wenn einige mitarbeiter meckern (weil sie immer meckern, weil meckern wichtig zu sein scheint, weil meckern befriedigt….) bin ich der meinung, dass die schichtplaner meines arbeitgebers ganz tolle leute sind!: so hatte ich denn am 3.januar in berlin was wichtiges zu erledigen und eigentlich am 1. und am 2. und am 4. frühschicht in wismar und rufe am 27.12. da an und frage nach, ob man da was ändern kann. “nicht leicht! aber wir probiern´s, ich ruf dich an” und tut´s nur eine stunde später: “du kannst, wenn du willst, berliner schichten fahren am 1. und am 2. und kriegst dafür den 4. frei”. und das ist prima und so mach ich das.: und am zweitenJanuar2020 fahre ich den zug nr. 63963 um 07:31 vom bahnhof zoo nach wismar.
und es wird eine wunderschöne fahrt: ein wenig frost ist ins land gefahren und hat rauhreif produziert, weiße harte wassertropfen wohin man sieht, auch mitten in der hauptstadt. der fahrgast ist angepisst, aber das ist er ja eigentlich immer, aber heute friert er eben auch noch und ist noch mehr unzufrieden….aber die erfahrung sagt: das ist nur der berliner! ab nauen wird die stimmung besser.

es ist einer dieser tage, an denen alles stimmt, wenn man gerne lokführer ist und das land, durch das man lokführt eins ist, das man mag: eine ganz leichte eisschicht liegt über allen wassern, an denen ich vorbeifahre oder die ich überquere, das land rumherum weissglitzert wintersonnenwarm
windlos
unaufdringlich
diamanten
euphorisierend: ich singe in meinem führerstand: “du bist so schön, so wunderschön,
ich will nur dich, immer nur dich ansehn!
welcher glanz, was für ein schein!
wunderschön!
doch nur ein…”januartag.

und komisch ist es, in wismar einzufahren und nicht zu feierabenden, nur 40 minuten zu pausieren und dann wieder zurückzufahren in die hauptstadt…

aber auch der rückweg ist ein optisches meisterwerk: die sonne strahlt jetzt frontal und zwingt die augen zum zukneifen und schlitzen, verkleinert das blickfeld und detaillisiert die welt nur schwer beschreibbar…
einfach nur schön! und so fahre ich denn durch schwerin, ludwigslust, grabow …und freue mich am getier, geflügelt oder vierbeinig, welches ich rundherum sehe: fuchs,nutria,wildschwein,reh,steinadler,fischadler,bussard,milan,katze…
alle sind sie da!
und ich bin glücklich!
und dann erhebt sich ein roter milan vom oberleitungsmast und fliegt auf mich zu und zerschellt an meinem 160kmh-gefährt! oh kacke! “schrei” ich! in den bahnalen alltag.

und leider ist dieser wunderbare vogel nicht mein erstes opfer und mit sicherheit auch nicht das letzte
ich weiß nocht nicht so genau, ob es angebracht ist, aber ich führe eine opferliste
eine trauerliste

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.