komm schlaf mit mir

mal traf er eine frau.

die war mit einem freund liiert. erst kurz, drum sah er sie vorher nie. sie war nett anzusehn und ausserdem sehr fröhlich. sie lachte viel und gern und sah dabei bezaubernd aus. von anfang an verstand er sich sehr gut mit ihr. bald fanden sie auch ein gemeinsames interesse: sie beide gingen gern allein durchs land um es zu fotografieren. der abend wurde lang und fröhlich und an seinem ende hatten sie eine verabredung zu einem gemeinsamen ausflug in einen ihm wohl bekannten alten wald voller feiner fotomotive.
am nächsten sonntag früh gings los. erst mit der bahn, dann weit zufuss. und als er sie da stehen sah am bahnhof wartend, war er abermals recht angetan von diesem bild. jetzt so von weitem in waldklamotten wohl noch ein wenig mehr, als bei ihrer ersten begegnung in der verräucherten kneipe. und als er näher kam und sie ihm um den hals fiel wie eine schon lange gut bekannte fiel ihm noch etwas auf: sie verströmte einen verzaubernden duft! er erwiederte die unerwartet freudige umarmung länger und fester, als er es jemals bei einem doch eigentlich so fremden menschen tat. und war verstört von dem, was grade da passierte: das fühlte sich phantastisch an und roch so hocherotisch wie nie zuvor erlebt. grad als er sie küssen wollte löste sie die umarmung und strahlte ihn an: “ich freu mich so auf unser´n ausflug! schön, dass das klappt! und du?”
“ja”
war alles, was er sagen konnte.

ihr fiel in ihrer vorfreude seine verwirrung wohl nicht auf. sie strahlte einfach weiter! und erzählte, dass sie eine flasche wein im rucksack hat: “man weiss ja nie…”
vom “schock” erholt strahlte er jetzt zurück: “das is ja witzig: ich hab auch eine bei…man weiss ja nie…” ihr lachen war einfach wundervoll! und sie fuhren los und unterhielten sich wie beste freunde über dinge, über die nur beste freunde sich unterhalten können. es war grandios! er hatte sowas noch nie erlebt und fühlte sich an ihrer seite unglaublich wohl, vor allem, weil er das gefühl hatte, dass es ihr genauso ging.
sie stiegen aus dem zug und liefen los in richtung wald. als sie die bahnhofsgegend hinter sich gelassen und am menschenarmen stadtrand angekommen waren, nahmen sie die erste sich bietende stelle am ufer eines sees für eine pause und öffneten den wein. und lachten weiter und verstanden sich immer besser. der wein tat seine wirkung und die stimmung wurde ausgelassener und manchmal albern. wunderbar! die stunden verschwanden in den späten nachmittag und über den schwächelnden wellen des sees begann der abend sich zu färben. ab und an stand einer von beiden auf und brachte den getrunkenen wein ins nahe gebüsch und danach sassen sie wieder nebeneinander am ufer des sees und fühlten sich berauscht von diesem wundervollen tag.

und dann stand sie auf und setzte sich nicht wieder zu ihm
sondern rief leise von hinten: “Komm!”
und er dreht sich um und glaubt, das wohl schönste, was er jemals sah, zu sehen: sie hat alles, was sie am körper trug auf waldes boden fallen lassen und liegt ganz nackt im sommerlichen moos. die abendsonne scheint auf ihre streifenlos gebräute haut und wirft einen warmen schein von dort zurück. ihre hände sieht er nicht unter den dunkelblonden wellen ihres haares hinter ihrem kopf: von den fein enthaarten achseln spannt sich sein blick zu ihren wunderbar runden brüsten mit den erregt vorstehenden mitten. dieser körper ist so makellos wie er sich bisher nur vorstellen konnte! die beine leicht angestellt und gespreizt ist auch die magische stelle wo sie ihren flachen bauch verlassen ohne haar und es scheinen dort die lippen zu sein, die feucht er glänzend glaubt, die jetzt ihn rufen als sie ihren kopf leicht hebt und ihre arme ihm entgegenstreckt: “Komm! Schlaf mit mir!”
und er zieht sich aus und kann nicht reden, und legt sich vorsichtig auf diese nackte schöne und spürt die feuchte ihrer mitte an seiner. und schliesst die augen…
jedoch erigiert er nicht!
er kriegt keinen hoch!

die wunderschöne ist irritiert in ihrer erregung und versucht mit hand und zunge wehement ihre lust zu retten. jedoch: es hilft nichts! er wird sie nicht befriedigen!

die reise zurück hat nichts mit der am morgen gemein. sie schweigen sich an und auch ihre blicke treffen sich nur selten. doch beim abschied fällt sie nochmal in seinen arm und küsst ihn und flüstert in sein ohr: “beim nächsten mal…!!!”
“ja”
ist alles, was er sagen kann.

und er geht nach hause mit dem duft dieser unglaublichen nacktheit in seinem hirn und versteht nur langsam, was da gerade nicht passiert ist. er nimmt nicht die strassenbahn sondern geht die sechs stationen zu fuss und denkt.
dann öffnet er die wohnungstür und geht hinein. an der tür zum zimmer seiner tochter steht er kurz, geht dann hinein und küsst ganz zärtlich kindes stirn. dann zieht er sich aus und geht zu seiner frau ins schlafzimmer. er drückt sie fest an sich. es ist schon recht spät und sie wacht aus ihrem schlaf. “was ist denn los?”
“nichts.
Ich liebe Dich!
Komm, schlaf mit mir!”
und schläft mit ihr.

 

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