hohenelse

hohenelse

“tschuldigung…..könnt´ich wohl noch so´n klein bisschen von den kartoffeln..und´n bisschen soße….vielleicht auch noch´n stück von dem leckeren braten?…”
“na klar, wir freu´n uns doch, wenn´s schmeckt!!!”

Grade bin ich angekommen in der rehaklinik, kurz vor mittag.
“ah, herr haden! schön, dass sie da sind! ihr zimmer ist nr.280, zweiter stock, rot. hier ist ihr zimmerschlüssel.” und übergibt mir einen roten plastikzylinder mit einer 3cmdurchmesser unterseite und am verjüngten gegenüberliegenden ende eingelassenem schlüsselring, an dem drei schlüssel hängen. “dieser hier ist für das zimmer, der lange dünne für den safe, und der kurze hier für ihren briefkasten, da müssen sie mindestens einmal am tag reinkucken, da steht alles drin!”
“aha…”
“sie gehen jetzt den hauptflur entlang, an der patientenaufnahme da vorne links vorbei, dann den übernächsten gang nach links immer gradeaus bis zum fahrstuhl und da steigen sie dann ein und fahren in den zweiten stock, gehen in ihr zimmer, legen ihr gepäck ab und melden sich danach in der patientenaufnahme hier im erdgeschoss.”
“aha…”
“na dann wünsche ich ihnen viel spaß hier in hohenelse.”
“ach, bevor ich´s vergesse: ihnen steht auch heute schon ein mittagessen zu. gehen sie bitte den hauptkorridor bis zum ende, da kommen sie dann in den speisesaal und da melden sie sich dann mit ihrem namen und das personal wird ihnen dann ihren platz zuweisen und ein mittagsmahl bereitstellen.”
“aha….”

und so werde ich dann an tisch 7 gesetzt. da sitzen schon drei leute, zwei männlich, eine weiblich: “mich brauchen sie sich garnicht zu merken, ich bin morgen hier weg!”
“moin, ich bin marko.”
“andreas”
“michael”
“ich bin morgen weg!”
es gibt kassler mit sauerkraut und kartoffeln, es schmeckt richtig gut!!

am tisch 8 kommt der mann vom anfang dieser geschichte mit seinem nachschlag an und setzt sich prustend zwischen zwei wie er geformte voluminös ergraute herren: “die wollten mir nix geben! aber da haben die sich den falschen ausgesucht! ich hab die ollen küchentussen so richtig zusammengefaltet, kann doch wohl nichwahr sein, dass ich hier kein´n nachschlach krich! und, was sachích: ich hab mein´n nachschlag! die denken wohl, sie könn´n sich alles erlauben! aber nich´ mit mir, mit mir nich!!! mägde! nich mit mir!”

auf seinem t-shirt steht in brusthöhe “Gott Mit Uns!”
unter seinem schwabbelnden bauchfett ist der rest des shirts nur zu erahnen, erst als er wieder aufsteht und sich brüstet kann ich ihn lesen:
“Dem Deutschen Volke!”

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